Baden-Baden – An Artist’s Story

Painting Baden-Baden – An Artist’s Story

Baden-Baden: Pleinair in den Kulissen der Ewigkeit

Ein persönlicher Bericht eines Malers

Der Künstler Dmitry Spiros malt en plein air in Baden-Baden, Deutschland

Künstler Dmitry Spiros

Ankunft: Der Klang der Glocken statt Kaffee

Ich erreichte Baden-Baden am frühen Morgen, als die Stadt den Geschmack des Tages erst vorsichtig prüfte. Mein Tag begann nicht mit Kaffee, sondern mit dem fernen Läuten der Kirchenglocken. Nachdem ich aus dem Bus gestiegen war, wanderte ich die schattige Allee der Sophienstraße entlang, auf der Suche nach meinem Hotel, und warf neugierige Blicke in die Schaufenster der noch schlafenden Geschäfte.
Und dann — ganz plötzlich — fühlte ich mich „zu Hause“.

Original atmospheric cityscape painting of Baden-Baden by Dmitry Spiros

Eine Straße in Baden-Baden, vom Künstler Dmitry Spiros

Nachbarschaft mit einem Klassiker und ein stilles Bier

Ich wohnte in der Sophienstraße, nur wenige Meter von dem Haus entfernt, in dem einst Fjodor Dostojewski residierte. Diese historische Nähe wurde zu meinem inneren Stimmton. Jedes Mal, wenn ich an der Gedenktafel vorbeiging, hielt ich kurz inne.

Tagsüber saß ich oft mit meiner Staffelei auf einer Bank gegenüber dem Casino, mitten im Herzen der Stadt. Mit einem kühlen Bier in der Hand beobachtete ich das Treiben am Eingang. In solchen Momenten scheint die Zeit hauchdünn zu werden.
Es war leicht, sich vorzustellen, wie Dostojewski seinen Mantel richtet und durch diese Türen tritt — er auf der Suche nach dem Glücksspiel, und ich ihm gegenüber, durch blühende Blumenbeete blickend. Ein tiefes Gefühl der Verbundenheit über die Jahrhunderte hinweg.

Das Haus, in dem der Schriftsteller Dostojewski wohnte

Der wahre Schwarzwald: Umkehren oder weitergehen?

Die Stille brach jäh, als ich mich auf den Weg zur Burgruine Hohenbaden auf den Battert-Felsen machte. Mit der Staffelei auf der Schulter stieg ich hinauf, voller Vorfreude auf das Panorama in 410 Metern Höhe.

Doch mitten am Tag „schloss“ sich plötzlich der Himmel. Es wurde dunkel, der Wind frischte auf und der Wald begann sich zu wiegen wie in einem düsteren Märchen. Die Äste schwangen wie die Arme von Riesen, und ein dichter Regen setzte ein.
In diesem Moment spürte ich eine fast ehrfürchtige Angst. Der Wald wurde zu einer undurchdringlichen Wand. Genau da begriff ich körperlich, warum man ihn „Schwarzwald“ nennt. Es wirkte, als hätten die Hexen der alten Sagen ihm diesen Namen gegeben.

Original atmospheric rainy cityscape painting of Baden-Baden by Dmitry Spiros

Regen in Baden-Baden, Künstler Dmitry Spiros

Wo sind die Menschen? Ein mexikanischer Kontrast

Trotz des Unwetters erreichte ich das Schloss. Ich erkundete die Ruinen, berührte den kalten, geschichtsträchtigen Stein und stellte mir Ritter und edle Damen vor, die hier einst wandelten.

Die Stadt selbst überraschte mich später mit einem anderen Extrem. Da ich das Leben in Mexiko gewohnt bin, wo der Abend erst gegen sechs Uhr beginnt und die Cafés bis Mitternacht voller Energie sind, wirkte Baden-Baden wie eine verlassene Bühne. Um sieben Uhr abends leerte sich die Stadt schlagartig.

Ich ging spazieren und fragte mich verwundert: „Wo sind alle Menschen?“
Doch in dieser Stille begann die Architektur lauter zu sprechen — jede Linie der Fassaden wurde musikalischer und bedeutungsvoller.

Lektionen der Wahrnehmung: Von der Messe bis zum „Schrott“

Der abendliche Glockenklang führte mich in eine Kirche. Ich saß während der Messe da und sog die spirituelle Dichte des Raumes in mich auf. Ich liebe die Atmosphäre alter Kirchen — dort scheint die Zeit stillzustehen.

Am Ende des Gottesdienstes wandte sich die Frau neben mir plötzlich zu mir und umarmte mich. Diese lokale Geste der Nächstenliebe wärmte mich mehr als jeder heiße Tee.

Es gab auch einen amüsanten Moment: Auf einer perfekt gepflegten Wiese sah ich eine Ansammlung von verrostetem, verbogenem Metall.
„Warum räumt das niemand weg?“ — dachte ich empört.
Erst als ich näher kam, erkannte ich: Es war eine zeitgenössische Skulptur.

Ich schämte mich ein wenig für mein voreiliges Urteil. Es war ein heilsamer Dämpfer:
Kunst muss nicht bequem oder gefällig sein, um wahr zu sein.

Panoramic cityscape painting of Baden-Baden Germany at sunny noon featuring classic European architecture and terracotta rooftops view from above.

Stiftskirche Baden-Baden, Künstler Dmitry Spiros

Ein Zustand des Seins

Ich streifte durch die Gassen, malte alla prima und suchte nach den verborgenen Rhythmen der Häuser. Ohne Vorzeichnungen, zwischen Glockenklang und den leisen Geräuschen einer fremden Stadt.

Baden-Baden wurde für mich zu mehr als einem Punkt auf der Karte — es wurde zu einem Zustand: Einsamkeit, höchste Aufmerksamkeit und die Erkenntnis, dass ein Maler nie wirklich allein ist, solange er einen Pinsel in der Hand hält.

Baden-Baden, der Künstler Dmitry Spiros beim Skizzieren

Hinweis für Sammler

Die hier gezeigten Werke sind Originalgemälde, die unmittelbar vor Ort entstanden sind.
Diese Serie von Baden-Baden-Ansichten fängt die direkte Wahrnehmung und die besondere Lichtstimmung dieses einzigartigen Ortes ein.

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Rainy Baden-Baden – Atmospheric Rain City Painting | Dmitry Spiros – Dmitry Spiros Gallery

Baden Baden Germany cityscape – Atmospheric City Painting | Dmitry Spiros – Dmitry Spiros Gallery

Baden-Baden cityscape oil painting – Atmospheric Rain City Painting | Dmitry Spiros – Dmitry Spiros Gallery

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